Ein bisschen geschockt waren wir im ersten Moment schon, als bei der Trächtigkeitsuntersuchung unserer 4 sichergestellten Hundemädchen herauskam, dass eine der Minihündinnen tatsächlich tragend war.
Wie das aber bei uns Tierschutzleuten so ist, Probleme brauchen Lösungen und so wurde unser „Schalter“ flott umgelegt und geplant, dass Elli in unserer vereinseigenen Pflegestelle aufgenommen und dort liebevoll betreut wird.
Morgens am 24.02. ging es dann langsam los. Es war schwer für Elli und es dauerte aber irgendwann war der kleine Emil dann da. Die vorherige Untersuchung ließ mehr als einen Welpen vermuten aber nach Emils Geburt stagnierte dann alles. Das Röntgenbild bei der tierärztliche Untersuchung ergab, kein weiterer Welpe im Bauch.
Am Anfang noch sehr nervös und überfordert kam Elli langsam zur Ruhe. Der kleine Emil versuchte bei Elli zu trinken aber irgendwie klappte das nicht wie es sollte. Zum einen, weil Elli kaum Milch hatte aber irgendetwas stimmte da nicht. Natürlich hatte Elli etwas bekommen, dass den Milchfluss anregen sollte. Morgen wird die Welt schon ganz anders aussehen, hofften wir für die beiden.
Nach der ersten gemeinsamen Nacht war Elli total auf ihren winzigen Emil fixiert aber es ging ihr zunehmend schlechter und auch mit Emil passte weiterhin irgendetwas nicht. Also wieder zur Tierarztpraxis. Und hier traf uns die harte Realität dann mit voller Breitseite:
Elli musste sofort notoperiert werden weil sonst eine Blutvergiftung drohte. In ihrer Gebärmutter befand sich noch etwas – man kann es als Zellhaufen bezeichnen. Was genau es war, wir wissen es nicht. Vielleicht das Überbleibsel eines weiteren Welpen der bereits vom Körper teilresorbiert wurde?
Als wäre das nicht schon schlimm genug, wurde nun auch Emil noch einmal genau untersucht. Weit hinten im Rachen wurde leider eine Gaumenspalte entdeckt. Emil war nicht lebensfähig und musste eingeschläfert werden.
So viel unnötiges Leid weil Menschen Tiere sammeln. Diesen Menschen scheint es egal zu sein was sie anrichten! Vor gut einem Jahr flog auf, dass sie gut 50 Hunde in Bad Iburg in einem verlassenen Haus dahinvegetierten ließen. Nun zeigte sich, dass sie in Bad Rothenfelde erneut 17 Hunde sammelten. Und eben nicht nur das, mehrere Hündinnen – unter anderem unsere Elli – waren bereits wieder gedeckt.
Wir fangen Elli jetzt auf. Elli muss nun klar kommen damit, dass ihr Baby nicht mehr da ist. Ihr Körper muss diese große OP verkraften. Nur sehr langsam erholt sie sich, mag nicht fressen und schreckt bei jedem Umweltgeräusch das sich auch nur annähernd nach einem Babyfiepsen anhört hoch.
Wir sind so traurig aber auch so wütend! Wir versuchen das zu unterdrücken, denn es bringt nichts. Wir müssen weiter machen, für Elli wie auch für unsere anderen Schützlinge. Wichtig ist: Elli´s Elend und das der anderen Hunde in Bad Rothenfelde wurde aufgedeckt, weil Mitbürger aufmerksam waren und ihren Verdacht beim Vetamt meldeten. Deshalb unsere Bitte an Euch: Ihr bemerkt Missstände? Dann schaut nicht weg. Sucht selber das Gespräch und zeigt ggf. auch zeitnah solche Missstände am besten schriftlich beim Vetamt an.
Ihr helft mit Eurer Aufmerksamkeit und Eurer Eigeninitiative Elend zu verhindern!

