Project Description

Menschen die mit ihren Tieren massive Probleme haben, wenden sich mit ihrem Wunsch der Tierabgabe gerne an den Tierschutz. Da gibt es den 12jährigen Hund, den man jetzt wirklich nicht mehr erträgt weil er die Besucher beißt, am Besten sollen wir ihn sofort abholen.

Da ist von der Oma – die jetzt ins Pflegeheim muss, die 15jährige Katze, die sich sonst von niemandem anfassen lässt, zur Unsauberkeit neigt und für die niemand in der Familie Platz hat.

Völliges Unverständnis

Für die Anfragenden scheint es immer wieder absolut unverständlich, wenn wir ihrem Wunsch widersprechen müssen und ihre Tiere nicht sofort übernehmen können.

Warum nicht?

Eine Frage die dann oft gestellt wird und so haken wir hier einmal gemeinsam ein: Wir fragen z. B. seit wann der bissige Hund in der Familie lebt, wann er das letzte Mal beim Tierarzt war, ob er gesund und fit ist und ob er gültige Impfungen habe?

Geantwortet wird: Dass der Hund seit Geburt bei der Familie lebe, seit Jahren Probleme mache aber jetzt sei es ganz schlimm. Eine Hundeschule habe man nie besucht. Einen Tierarzt aufgesucht? Warum? Der ist ja gesund, Tierarzt braucht der nicht.

Übersetzt bedeutet das für uns:

Jahrelange Versäumnisse in der Hundeerziehung und im Umgang mit dem Hund liegen vor. Der Hund kann gesundheitliche Probleme haben, die von den Haltern nicht erkannt werden, weshalb der Hund nun aber mit gesteigerter Aggressivität reagiert. Der Hund müsste also zeitnah einem Tierarzt vorgestellt werden. Die Impfungen müssen neu vorgenommen werden, vermutlich (wie bei fast jedem älteren Hund den wir aufnehmen) muss mindestens eine Zahnsanierung unter Narkose stattfinden.

Hohe Kosten und schwer vermittelbar!

Allein für die tierärztliche Versorgung des Hundes müssten schon mehrere hundert Euro aufgebracht werden. Hinzu kommt dann noch: Möchten Sie einen 12jährigen, bissigen Hund adoptieren?

Die Suche nach einem neuen Zuhause würde also mehr als schwierig.

Auch die 15jährige, scheue Katze soll zum Tierschutz. Die Enttäuschung, dass niemand hilft ist riesengroß. Selber aber mit dem Tier, das nicht zuverlässig das Klo benutzt, einmal bei einem Tierarzt vorstellig werden, scheint für viele Halter ein Ding der Unmöglichkeit. Bei einem solchen Tier muss eine Urinprobe und ein großes Blutbild veranlasst werden. Was verbirgt sich hinter der Unsauberkeit? Ein Nierenproblem? Blasensteine? Wird die Katze zukünftig vielleicht Spezialfutter oder regelmäßig Medikamente benötigen? All das kostet und Tiere die z. B. ein Spezialfutter benötigen, müssten im Tierheim separat untergebracht werden. Und: Wie sind wohl die Vermittlungschancen für eine 15jährige, scheue aber pflegeintensive Katze?

Wie geht es für das Tier weiter?

Vor diesem Problem verschließen die Halter gerne die Augen. Man möchte sich seines Problems entledigen. Der Tierschutz wird sich schon kümmern.

Leider kann der Tierschutz diese Rundum-Sorglos-Leistung nicht immer gewährleisten, so gerne wir es für die Tiere, die nicht mehr gewollt werden, auch tun würden. Aber auch wir müssen schauen, was wir möglich machen können und da ist der “Kassenstand” ein ganz wesentlicher Punkt.

Unsere kostenintensiven Pflegefellchen

Momentan haben wir einige besondere Pfleglinge die hohe Kosten verursachen und die als sehr schwer vermittelbar gelten: Den 17jährige Pekinesenmischling Henry (Spezialfutter, täglich Tabletten – Cushing-Syndrom), Kater Sputnik (FIV-Träger, teure Augen-OP), Katzenschwestern Romy & Rosalie (Struvitsteine – Spezialfutter), Jungkater Mailo (Verhaltensauffälligkeiten, tägliche Medikamentengaben, Stuvitsteine – dauerhaft Spezialfutter), Kater Barky (eosinophiles Granulom – lebenslang Medikamente), Kaninchen Bella & Urmel (Zahnfehlstellungen – lebenslange Zahnkorrekturen bei einem Zahnspezialisten).

 

Deshalb:

Wir können leider nicht jeden tierischen Sorgenfall einfach und unkompliziert mal eben aufnehmen, so gern wir es auch vom Herzen her tun würden. Wir müssen mit dem Kopf dabei bleiben, denn wir sind den Tieren die wir betreuen bereits verpflichtet und unser “Geldsäckel” ist leider nicht unbegrenzt gefüllt.

Glücklicherweise gibt es immer wieder tolle Menschen die unsere Arbeit für die Tiere schätzen und immer wieder auch mit Geldspenden unterstützen – nur mit dieser Unterstützung können wir die kostenintensive Pflege und Betreuung unter anderem der oben aufgeführten Tieren gewährleisten.

Ein ganz liebes Dankeschön im Namen der Tiere an diese Unterstützer!