Project Description

Sagt der Fuchs zum kleinen Prinz in der Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry.

Irgendwann einmal hat sich der Mensch die Katzen vertraut gemacht. Sie waren in allen Gesellschaftsschichten als nützliche Mäusefänger geschätzt. Wir Menschen zähmten die Katzen und machten sie uns vertraut, so wurden die Katzen zum Haustier.

Auch heute noch hat sie an vielen Häusern und Höfen diesen Job aber auch als Gesellschafter sind Katzen verständlicherweise beliebt.

Katze? Ja – aber bitte unkompliziert!

Allerdings, leider bei nicht wenigen Leuten, soll die Katze zwar anschmiegsam und lustig die ggf. einsame Zeit vertreiben, darf und soll mit den Kindern spielen und/oder eben Mäuse fangen aber eines soll sie nicht – stören und sie soll ja keine Ansprüche stellen.

Wenn einer dieser beiden Punkte oder womöglich gleich beide eintreten, dann gibt es ein Problem – ganz konkret, jetzt hat die Katze ein Problem.

Und was dann? Dann fliegt sie raus.

Immer wieder hören wir vom Tierschutz allerdings auch, „einmal wollten wir doch gerne Kitten“.

Tja und was dann? Irgendwann machen die Kleinen Dreck weil sie größer werden und nicht mehr nur im Nest liegen. Sie müssten mal entwurmt werden, haben gerne Durchfall wenn dies nicht erfolgt und die Mutterkatze frisst für drei. Ein Problem? Weg damit!

Alles Natur oder ohne Sinn und Verstand?

„Mäusefänger? Ja gern, die leben immer bei uns und der Bestand reguliert sich selber da machen wir nichts! Nein, kastrieren tun wir die nicht, das kostet ja und nachher sind die auch weg, das machen wir nicht und so viele Babys kriegen die auch gar nicht.“ Solche Aussagen hören wir nicht selten. Natürlich reguliert sich das selber, durch die Inzucht die in so einer Katzenkolonie stattfindet und die Unterversorgung krepieren natürlich viele Tiere. Häufig sind in solchen Inzuchtbeständen Katzenschnupfen und anderen Infektionskrankheiten wie Katzenaids etc. auf dem Vormarsch. Natürlich gebären die Katzenmütter nicht mitten in der Katzenkolonie sondern wandern für diese Zeit ab bis der Hunger ihrer Kitten nicht mehr nur mit der Muttermilch zu stillen ist. Dann tauchen sie auf, mit ihren oft kränklich wirkenden Kitten. Ein weiteres Problem, die Kleinen solcher Würfe haben in ihrer Prägephase keinen Menschen zu Gesicht bekommen und werden ihr Leben lang scheu bleiben. Bei Nachbarn der Kastrationsverweigerer tauchen dann häufig die geschwächten Tiere auf, die sich nicht mehr in der Kolonie behaupten können und wer wird dann gerufen? Natürlich der Tierschutz denn den Nachbarn der nicht kastrieren lässt und der angeblichen auf totale Natürlichkeit steht, den interessiert das Leid seiner Tiere nicht.

Nicht zu vergessen ist, dass die Katze durch die Domestikation ein Haustier geworden ist. Dauerhaft ist sie ohne menschliche Hilfe nicht überlebensfähig. Auch eine verwilderte Hauskatze ist nun einmal kein Wildtier – soviel zur Natürlichkeit!

Verlassene Tiere auffangen

Wenn die verlassenen Tiere Glück haben, dann kommen sie, meist auf Umwegen, zu Tierschutzorganisationen wie unsere. Woher sonst kommen jedes Jahr die verwahrlosten kleinen Katzenbabys, junge Katzen, junge Katzenmütter mit ganzen Würfen – viele zutraulich, viele dem Menschen vertraut gemacht.

Regelmäßig stehen staunende Menschen vor unseren gefüllten Quarantäneboxen und fassen es nicht, wie viele kleine, zahme Katzen dort ohne ihre Mutter sitzen, irgendwo in Melle wurden sie aufgelesen.

Kurze Leben

Katzen_Fundkater_Tanju

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der kleine Fundkater Tanju hätte wohl gerne noch etwas gelebt. Statt dessen bestand sein kurzes Leben nur aus einem ständigen Überlebenskampf. Völlig geschwächt und dünn, ausgezerrt, wimmelnd vor blutsaugenden Flöhen und stark verwurmt konnte sein kleiner Körper unsere intensiven Hilfestellungen nicht mehr annehmen. Tanju starb.

Eine Katzenmutter, viel zu jung gedeckt brachte selbst schwer verletzt 5 Katzenbabys zur Welt. 4 lagen bei unserer Ankunft in einer Art Klumpen durch die eigenen Nabelschnüre ineinander verwickelt, ein weiteres lag mit langer Nabelschnur in der Gegend herum.

Alle Babys waren stark unterkühlt und es gab keinen Zentimeter an ihrem Körper der nicht mit Fliegeneiern belegt war.

Katzen_Fundkitten_von_Nabelschnur_umwickelt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir kämpften um die Kleinen, reinigten sie, wärmten sie, fütterten sie im Stundentakt weil ihre Mutter nicht mehr im Stande dazu war. Der Kampf um die Babys war vergeblich. Alle 5 starben, eines nach dem anderen innerhalb der nächsten 12 Stunden.

Jannik wurde mit einer Falle als vermeintlich wilder Kater gefangen. Nur Haut und Knochen war er, große kahle Stellen wies sein schütteres Fell auf.

Schnell zeigte sich, Jannik ist nicht verwildert, er kennt die Menschen gut. Leider stellte sich heraus, dass er schwer herzkrank ist. Jannik wird auf höchstens eineinhalb Jahre geschätzt. Sein Herzfehler ist vermutlich angeboren. Hätten diejenigen, die Jannik mit Menschen vertraut machten, sich um ihn gekümmert, hätte er ggf. mit einer einfachen Medikamentierung eine nahezu normale Lebenserwartung gehabt.

Katzen_herzkranker_Jannik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dadurch, dass er, aus welchen Gründen auch immer, vom Menschen verlassen wurde, musste er sich dem täglichen Überlebenskampf draußen stellen. Die Mangelernährung, der große Stress noch dazu unter Beeinträchtigung seines Herzfehlers haben sein gesundheitliches Problem so verschärft, dass sein Herzmuskel bereits jetzt so stark verdickt ist, dass das Pumpvolumen des Blutes sich stark reduziert hat.

Jannik zahlt nun den Preis dafür, dass Menschen sich nicht um ihn kümmerten sondern ihn der Verwahrlosung auf der Straße überließen. Heute liegt die Lebenserwartung dieses tollen Katers mit viel Glück und 3 täglich mehrfach zu gebenden Medikamenten bei allerhöchstens 4 Jahren.

Drei Schicksale von vielen

Wir fragen uns warum? Warum kümmert Ihr Euch immer wieder nicht um Eure Tiere? Warum übernehmt Ihr nicht die Verantwortung für Eure Katzen?

Lasst doch einfach endlich Eure Katzen kastrieren!

Ansonsten – eine ganz einfach Lösung:

Wer die Verantwortung für ein ganzes Tierleben nicht tragen mag, der muss das auch nicht und sollte sich einfach keine Tiere anschaffen!

Sucht Euch andere Freizeitbeschäftigungen, vergrämt Eure Mäuse mit irgendwelchen anderen Mitteln.

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“, sagt der Fuchs zum kleinen Prinz und er sagt, „die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“.

Heute erinnern wir einmal an diese Wahrheit!